* 11. Juni 1932

Bischof em. D. Naim Nassar

† 26. Oktober 2004

Nach längerer Krankheit wurde am 26. Oktober 2004 Altbischof Naim Nassar im Alter von 72 Jahren in Jerusalem heimgerufen. Er wurde am 29. Oktober in Bethlehem bestattet. Der Gedenkgottesdienst fand unter großer Anteilnahme von Familie, Gemeinde und ökumenischen Freunden und Weggenossen in der Himmelfahrtskirche auf dem Ölberg statt. Der Verstorbene hinterläßt seine Ehefrau Georgette geb. Musa sowie die Töchter Hala und Helen nebst fünf Enkelkindern.

Naim Nassar war der zweite Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien/Palästina (ELCJ, wobei das „J“ in der Abkürzung auch gern für „Jerusalem“ gebraucht wird). Naim Nassar stammte wie seine Familie aus Galiläa. Er wurde am 11. Juni 1932 in Mujeidel, Bezirk Nazareth, geboren. Er verlor früh seinen Vater und besuchte zusammen mit seinem älteren Bruder Jaber – später Schulleiter in Beit Sahour – die Schneller-Schule des Syrischen Waisenhauses in Jerusalem. Im ersten Israelisch-Arabischen Krieg 1948/49 verlor er seinen Heimatort und auch die (alte) Schneller-Schule. Er konnte aber in Beirut/Libanon ein Theologiestudium beginnen, das er später in Bristol/England und in Deutschland fortsetzen konnte. Er studierte zunächst am Missionssemniar in Neuendettelsau, dann an der Missionsakademie in Hamburg, über die ihm der Zugang zur Universität Hamburg ermöglicht wurde. So konnte er sein Studium mit einem deutschen akademischen Abschluß beenden. Nach seiner Ordination zum Pastor wurde Naim Nassar 1964 zum Pfarrer der Gemeinde Bethlehem berufen.

Dort war er neben seinen pastoralen Aufgaben in verschiedenen Bereichen tätig, u.a. unterrichtete er an einer Bibelschule. Weit gestreut waren auch seine ökumenischen Beziehungen, vor allem in die U.S.A. und nach Deutschland, die auch seiner Gemeinde in vielfältiger Weise zugute kamen. Als Folge einer Reisebegegnung gründete sich 1977 auch der Bethlehems-Verein e.V. und damit ein über die enge Beziehung zum Jerusalems-Verein im Berliner Missionswerk noch hinausreichender Kreis von Freunden und Förderern.

Mit dem sogenannten Sechstagekrieg 1967 war das palästinensische Westbank- Gebiet unter israelische Besetzung und Verwaltung geraten, was Gemeindearbeit und Auslandsverbindungen erheblich behinderte und schwierige interne Probleme (Passfragen, Sperren, bürgerkriegsähnliche Verhältnisse) mit sich brachte. Trotzdem gelang es, die Arbeit fortzusetzen.

1986 wurde Pastor Nassar – nach Bischof Daoud Haddad – zum zweiten Bischof der ELCJ gewählt, welches Amt er bis 1997 ausübte, als er in den Ruhestand trat und sich nach (Ost-) Jerusalem zusammen mit seiner Frau Georgette zurückzog. Er nutzte seine vielfältigen Erfahrungen, u.a. auch als Berater des Bethlehems- Vereins und veröffentlichte Predigten und andere geistliche Texte zunächst in arabischer Sprache. Sie wurden 2002 in deutscher Übersetzung unter dem Titel „Frohe Botschaft aus Bethlehem“ unter Mithilfe des Bethlehems-Vereins in Berlin gedruckt.

Die amerikanische lutherische Augustana-Hochschule hat Bischof Nassar den Titel eines „Doktors der Theologie und der humanistischen Bildung“ ehrenhalber verliehen. Sie würdigte damit den auf Versöhnung und Einheit ausgerichteten Dienst und seine biblizistische Frömmigkeit, deren seelsorgerliche, immer wieder mutmachende Ausstrahlung weit über seine eigene Kirche hinausreichte.

Auch die Verbindung zu den verschiedenen Vorstandsmitgliedern des Bethlehems- Vereins und dem Pastor und späteren Bischof Nassar war immer sehr eng und persönlich und von einem glaubensmäßig ausgerichteten Vertrauen über fast drei Jahrzehnte getragen. Von den ersten Begegnungen mit Superintendent Reinhold George und Amtsgerichtspräsident Dr. Münn an gab es immer wieder gegenseitige Besuche und gemeinsam gefeierte Gottesdienste hier und dort. Und auch mit Pfarrer Gerd Küppers und Missionsdirektor a.D. Pfarrer Dr. Klaus Gruhn entswickelte sich über die Jahre ein freundschaftliches Verhältnis. Der Vorstand trauert um Bischof Naim Nassar und dankt Gott für seinen bischöflichen Dienst. Er möge ruhen in Frieden, und das ewige Licht leuchte ihm!

Klaus Gruhn






Veranstaltungen
in der Apostel-Petrus-Kapelle

Zu folgenden Veranstaltungen in 2012  laden wir Sie herzlich in die Ladenkirche, Motzstraße 52 (U-Bhf. Viktoria-Luise-Platz), ein:

Lobpreisabende jeweils ab 19.00-21.00h
18.02., 21.04., 16.06.


Am 28.04. wird es eine Veranstaltung mit Gottesdienst und Chor geben, da stehen die Zeiten noch nicht fest.